«Eine het gseit, es wärd gstartet»

 Die Abenteuer der Grindelwalder Martina-Schild-Fans in Turin

«Erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt.» Dieses Sprichwort beschreibt wohl am besten auf die Schnelle, was den Grindelwalder Martina-Schild-Fans am Sonntag widerfuhr. Um 1.00 Uhr morgens tapfer an die Olympischen Spiele aufgebrochen, endete das Abenteuer vorerst in einer Cafeteria in Cesana. Noch hütete man sich nämlich die Gondel nach San Sicario zu nehmen, zu tief hing der Nebel, zu wild flockte es vom Himmel. Das Zögern entpuppte sich schliesslich als richtig. Zwar kursierten immer wieder neue Gerüchte um einen spontanen Start des Damen Super-G, um den weiteren Tagesablauf kümmerte man sich aber erst, als Ruedi Spieler die definitive Absage von Osi Inglin erhielt. «Es het eine gseit, es wärd gstartet», der meistgehörte Satz am Sonntagvormittag veränderte sich plötzlich in «Es heit eine gseit, es wärd am Mäntig gstartet.» So zogen die Grindelwalder Martina-Schild-Fans ohne Renneindrücke aber mit allerhand anderen Erlebnissen im Handgepäck nach Hause zurück. Der Tag verlief schlussendlich doch noch sehr bunt.

Eine der ersten Gratulantinnen beim Empfang war Däni, die jüngere Schwester von Martina.
Gemeinderat Mäni Schläppi konnte in der Cafeteria dank seinem Telefonkontakt zu Fernsehzuschauern in Grindelwald ständig den momentanen Stand der Verhältnisse durchgeben.

Zwei Latte Macchiato und einige Tropfen Rotwein später stiessen «Silber-Ätti» Dres und «Silber-Mueti» Käthi Schild zur fröhlichen Runde in der Cafeteria Alba in Cesana.
Sandy (links) und Sarah Alpinice waren die beiden jüngsten Fans, die nach Turin mitreisten.
Fanclub-Präsidentin Imelda Spieler und ihr Mann Ruedi (Skiclub-Präsident) nutzten die leere Zielarena in San Sicario als Tanzparkett.

Ähnlich enttäuscht über die Absage des Super-G waren die Fans von Michaela Dorfmeister. Gemeinsam feierten sie schliesslich mit den Grindelwaldern das deutsch-schweizerische Podest in der Abfahrt vom Mittwoch.

Dres Schild bedankte sich von ganzem Herzen für den Besuch der Grindelwalder Delegation in San Sicario. Er versprach Dres Studer die Verschiebungsaustragung am darauffolgenden Tag zu besuchen und den bereits wieder abreisenden Fanclub in seiner Lautstärke nachzuahmen.

In Sestriere nahmen die Grindelwalder am Nachmittag vor dem «House of Switzerland» ihre Martina in Empfang: Mäni Schläppi, Dres Studer, Martina Schild und Imelda Spieler (vlnr).

Als Hintergrund für das Gruppenbild bot sich natürlich das olympische Feuer an. Gefunden haben die Grindelwalder dies – oder zumindest eine Kopie davon – in Cesana. Das Transparent, liebevoll gezimmert von Fädi, wurde schliesslich den ganzen Nachmittag durch die Olympischen Ortschaften von Turin getragen. Rennen hin oder her!

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Martina Schild, 3818 Grindelwald, martina@martina-schild.ch