Martina Schild, die 25-jährige Grindelwalderin, hat mit ihrer olympischen Silbermedaille in der Abfahrt nicht nur sich, sondern auch den Rest der Schild-Familie berühmt gemacht. Diese Zeitung begleitete Dres, Käthi und Daniela an den Super-G von gestern Montag.
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Die Familie Schild freut sich, die Fahrt von Martina live mitzuerleben. |
Fast 20 Zentimeter hoch liegt der Schnee auf der Tribüne im Zielgelände des Super-G. Den ganzen Nachmittag des Vortages bis um Mitternacht fielen tausende Flocken vom olympischen Himmel. Obwohl hunderte von fleissigen Helfern seit Stunden daran waren, die weisse Pracht ins Abseits zu stossen, wird der Damen Super-G ein weiteres Mal verschoben. Nicht auf den nächsten Tag zwar, aber um fast drei Stunden.
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Martina Schild wird von ihrer Familie lautstark angefeuert. |
Nervös vor dem Rennen... Die Sonne lacht vom Himmel, unterdessen wird der erste Lauf des Männer-Riesenslaloms im Zielgelände übertragen. Bei jedem Ausfall geht ein Raunen bei den schaufelnden Helfern durch die Tribünenreihen. Bald versammeln sich die ersten Zuschauer nebenan im Restaurant. Jeder will noch was essen, bevor das grosse Hoffen auf die Lieblingsfahrerin anfängt. Unter den Essenden sind auch Dres, Käthi und Daniela Schild. Käthi ist schon etwas nervös: «Vor den Rennen sind wir immer nervös. Ich am meisten. Die ruhige Ader hat Martina also wohl eher von Dres geerbt.»
...und müde nach dem Medienrummel Nach einer Woche in Turin sind Schilds auch etwas müde. Die Wege von ihrer Unterkunft zu den Rennen, der Medienrummel und die langen Tage im Allgemeinen haben sie müde gemacht. Kein Wunder also, wollen sich Schilds noch stärken, bevor ihre Martina als erste aus dem Starthaus schiesst. «Noch heute rufen ständig Zeitungen, Radios und Fernsehsender an und wollen Käthi und mich interviewen», meint Dres Schild. «Zurück in Grindelwald wird Martina und uns auch noch einiges erwarten. Die 'Schweizer Illustrierte' war bereits hier in Turin dabei, viele andere Magazine wollen eine Homestory in Grindelwald machen.»
110 Euro für einen Sitzplatz Nur zur Hälfte gefüllt ist die Tribüne beim olympischen Super-G, der schliesslich nach zwei Verschiebungen pünktlich am Montag um 14.45 Uhr gestartet wird. Die Tickets sind teuer, die Fanclubs darum rar. 110 Euro wird offiziell für einen Sitzplatz verlangt. Im Schwarzmarkt sind sie entgegen den Erwartungen sogar billiger – das olympische Fieber in Turin scheint nicht alle wirklich angesteckt zu haben.
Grindelwalder Fahne Der Countdown läuft: Martina Schild erscheint im Starthaus, konzentriert blickt sie auf ihre Skispitzen, dann auf die ersten Tore. Im Ziel herrscht grosse Freude, es wird gejohlt, angefeuert, getrampelt und getutet. Wieder steht Martina Schild auf ihren Skis, wie sie es am Mittwoch bereits tat: Sicher, dynamisch und mit grossem Siegeswillen. Die Fahrt verläuft ohne grosse Patzer, sie scheint schnell unterwegs zu sein. Kaum ist Martina vom Ziel aus ersichtlich, wird das Publikum noch lauter. Dres, Käthi und Daniela Schild hüpfen von ihren Sitzen und schwingen die Grindelwalder Fahne durch die Luft. Martina selbst winkt kurz in die Zuschauermenge, bevor sie bereits wieder von TV-Teams in Beschlag genommen wird.
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Mit Startnummer 1 für eine gute Vorgabe gesorgt: Martina Schild. | |